Zum Hauptinhalt springen

{nomultithumb}

E. M. FORSTER: Die Maschine steht still
Aus dem Englischen von Gregor Runge. Mit einem Vorwort von Jaron Lanier Hoffmann & Campe, 80 S., € [D] 15,- / [A] 15,50

Der Sauerstoff an der Erdoberfläche ist aufgebraucht. Die Menschen leben in dieser Dystopie in bienenwabenartigen Kammern unter der Erde. Die Räume sind kahl und steril. Alle Bedürfnisse der Bewohner/innen können per Knopfdruck gestillt werden. Das Essen kommt aus Schächten, ebenfalls die Waschmöglichkeiten und abends kann per Knopfdruck das Bett ausgefahren werden. Die „Maschine“ kümmert sich um alles. Tatsächlich erlebt wird hier nichts mehr. Auch persönliche Begegnungen finden nur noch in Ausnahmesituationen statt. Die Zeit vertreibt man sich damit, per Fernübertragung an Seminaren, Konzerten oder Gesprächsrunden teilzunehmen. Bis eines Tages der Sohn der Protagonistin behauptet, an der Erdoberfläche gewesen zu sein… E. M. Forster wurde 1879 in England geboren und schrieb dieses Buch bereits 1909. Man kann sich nur staunend fragen, woher er diese Idee oder Eingebung nahm. Dieser kurze kluge Text ist geradezu visionär und von beängstigender Aktualität.
Jasmin Odabasi / Christoph Möser