»wo die eitelkeit anfängt, hört der verstand auf« leporello empfiehlt
hans platzgumer: am rand

Zsolnay, 208 Seiten, € [D] 19,90 | [A] 20,50
Eine nicht ganz alltägliche Lebensgeschichte mit letalem Ende. Die Sogwirkung dieses Buches ist enorm. Das Atemlose dieser furiosen Musik erklärt aus der Situation der Festschreibung des Lebens von Gerold Ebner. Die knappe Sprache, sie wird auch hier und da als lakonisch charakterisiert, entspricht vielleicht dem vorarlbergischen Anteil am Autor. Schnörkellos, aber auch ziemlich hoffnungslos. Karate wird zum zeitweiligen Inhalt seines Lebens. Dias hat ihn nachhaltig geprägt, negativ wie positiv. Gewalt der Disziplin und Aufstand dagegen. Macht und Gegenmacht. Und Gegenmacht als Gottprinzip. Gerold Ebner geht den Berg hinauf bis zum Rand. Nun hat er zum ersten Mal Planung im Sinn. Die Zufälligkeit, die sein Leben und Handeln geprägt hat, wird in ein Absichtsprinzip gepresst. Seine Entscheidung treibt ihn jedenfalls bis zum Rand. Ein ironischer Seitenstrang des Buches: die Erzählung über einen entfernten Zeit- und Ortsgenossen, Platzgumer, der in Amerika Musikkarriere machen möchte, aber scheitert. Ein Cameoauftritt, den sich der Autor in sein Buch schreibt. Platzgumer hat, bevor dieser Roman geschrieben wurde, bereits eine sehr umfangreiche Karriere als Musiker hinter sich. Der Autor dieses Romans veröffentlichte mit verschiedenen Gruppen elektronische Musik und aus Los Angeles zurückgekommen Opern, Theatermusik, Essays, Hörspiele und Romane. Seine Novelle Trans-Maghreb wird in seiner Opernfassung 2014 bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt. Am Rand ist die präzise Schilderung eines patscherten Lebens, die der Protagonist seinen Mitmenschen zurücklässt. Die Komposition einer Musik des Zufalls.
Erwin Riedesser
Eine nicht ganz alltägliche Lebensgeschichte mit letalem Ende. Die Sogwirkung dieses Buches ist enorm. Das Atemlose dieser furiosen Musik erklärt aus der Situation der Festschreibung des Lebens von Gerold Ebner. Die knappe Sprache, sie wird auch hier und da als lakonisch charakterisiert, entspricht vielleicht dem vorarlbergischen Anteil am Autor. Schnörkellos, aber auch ziemlich hoffnungslos. Karate wird zum zeitweiligen Inhalt seines Lebens. Dias hat ihn nachhaltig geprägt, negativ wie positiv. Gewalt der Disziplin und Aufstand dagegen. Macht und Gegenmacht. Und Gegenmacht als Gottprinzip. Gerold Ebner geht den Berg hinauf bis zum Rand. Nun hat er zum ersten Mal Planung im Sinn. Die Zufälligkeit, die sein Leben und Handeln geprägt hat, wird in ein Absichtsprinzip gepresst. Seine Entscheidung treibt ihn jedenfalls bis zum Rand. Ein ironischer Seitenstrang des Buches: die Erzählung über einen entfernten Zeit- und Ortsgenossen, Platzgumer, der in Amerika Musikkarriere machen möchte, aber scheitert. Ein Cameoauftritt, den sich der Autor in sein Buch schreibt. Platzgumer hat, bevor dieser Roman geschrieben wurde, bereits eine sehr umfangreiche Karriere als Musiker hinter sich. Der Autor dieses Romans veröffentlichte mit verschiedenen Gruppen elektronische Musik und aus Los Angeles zurückgekommen Opern, Theatermusik, Essays, Hörspiele und Romane. Seine Novelle Trans-Maghreb wird in seiner Opernfassung 2014 bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt. Am Rand ist die präzise Schilderung eines patscherten Lebens, die der Protagonist seinen Mitmenschen zurücklässt. Die Komposition einer Musik des Zufalls.
Erwin Riedesser



